Geschichte und Visionen

Gestern

Panorama mit Kühen und Säntis.JPGZihlschlacht, eine ursprünglich alemannische Siedlung, wird erstmals im Jahre 817 als Cilislate erwähnt. Im 15. Jahrhundert war die Gegend um Zihlschlacht oft der Ort, an dem sich die Interessen des Bischofs von Konstanz und des Abts von St. Gallen überschnitten, weil beide geistlichen Fürsten hier Güter und Rechte besassen.



Sicht durch Bäume Richtung eva. Kirche.JPGSitterdorf wird im Jahre 787 zum ersten Mal als Villa Sidruna urkundlich erwähnt und gehörte bis 1798 dem Kloster St. Gallen. Es wurde dann frei erklärt und 1803 der Munizipalgemeinde Zihlschlacht zugeteilt, zusammen mit den Weilern Hohlenstein, Wilen, Riet, Leutswil, Blidegg, Degenau, Papiermühle, Hüebli, Helmishub und ad fines, ganz an der st. gallischen Grenze, der Hof Pfyn.


Schon 1650 bestand in Zihlschlacht eine Schule, die bis zum Bau eines Schulhauses im Jahre 1810 in Privathäusern und bis 1879 als Gesamtschule abgehalten wurde. 1955 schlossen sich Blidegg, Sitterdorf und Zihlschlacht zur ersten Abschlussklassen-Gemeinschaft des Kantons Thurgau zusammen.

1935 erhielt Sitterdorf endlich, nach jahrelangen Bemühungen um eine Station, eine Haltestelle, mit welcher es ans Eisenbahnnetz der Linie Sulgen–Gossau angeschlossen wurde. Die Ortsgemeinde Sitterdorf erhielt jedoch die Auflage, die Kosten für den Bau der Haltestelle selbst zu übernehmen. Somit kam Sitterdorf jahrzehntelang zu einem eigenen Bahnhofsgebäude, was bis vor ein paar Jahren eine Besonderheit in der Schweiz war.

Flughafen Sitterdorf Flugzeuge.JPGAuch wenn sich keine grossen Industriebetriebe in der Munizipalgemeinde ansiedelten, so haben doch sowohl in Sitterdorf als auch in Zihlschlacht ein gesundes und solides Handwerk sowie kleine und mittlere Gewerbebetriebe Einzug gehalten. In den Weilern wurde häufig traditionelle Landwirtschaft und Obstbau betrieben. Weiter hat die innovative Familie Berner in den 60er-Jahren mit viel Engagement und Erfolg den Flugplatz in Sitterdorf und den Campingplatz in Leutswil ins Leben gerufen. Beide Attraktionen bestehen heute noch und gehören unverrückbar zu Sitterdorf und zur Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf.

Während gut drei Jahren wurde die Gemeindereorganisation sorgfältig zusammen mit der Bevölkerung und den Behörden aus den drei Ortsgemeinden Schocherswil, Sitterdorf und Zihlschlacht geplant, diskutiert und schlussendlich am 16. Juni 1995 beschlossen. Per Ende 1996 zählte die Munizipalgemeinde Zihlschlacht kurz vor ihrer Auflösung 2'267 Einwohner.

Heute

Die Politische Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf startete am 1.1.1997, nunmehr ohne Schocherswil, welches sich der Gemeinde Amriswil anschloss, mit 1'952 Personen in eine neue Ära, hatte 62 Landwirtschaftsbetriebe und rund 600 Arbeitsplätze. Ca. 40 % der Erwerbstätigen finden ihre Arbeitsstätte in der Politischen Gemeinde.

Auch wenn Zihlschlacht-Sitterdorf mit seinen stattlichen Fachwerkbauten und schönen Bauerngärten einen ländlich idyllischen Eindruck hinterlässt, so trägt das einheimische Gewerbe nebst der Landwirtschaft doch erheblich dazu bei, der Bevölkerung eine gute Wohn- und Lebensqualität sowie Erwerbsmöglichkeiten zu bieten.

Der bunte Mix zwischen Landwirtschaft mit Obst-, Ackerbau und Milchwirtschaft über holzverarbeitende Betriebe, Küchenbau, Kunsthandwerk, Malerbetriebe, Autogewerbe, Baugewerbe, Arztpraxis, Metzgerei, Bäckerei und Dorfladen bis hin zu den Dienstleistungsbetrieben wie der Postagentur, der Raiffeisenbank, der Stiftung Wohnheim Sonnenrain oder der modernen, international bekannten und anerkannten Rehaklinik Zihlschlacht AG, macht die Gemeinde nicht nur der Arbeitsplätze wegen sehr attraktiv. Die einheimischen KMU's unterstützen vor allem die vielen verschiedenen Vereine immer wieder in verdankenswerter Weise bei deren vielfältigen Veranstaltungen. Das Vereinsleben hat in Zihlschlacht-Sitterdorf einen sehr hohen Stellenwert, eine jahrzehntelange Tradition und wird nach wie vor ausgiebig gelebt. Manche Turnernacht und manch spannender Schiesswettkampf der Sitterdorfer und Zihlschlachter Veranstalter bleibt vielen weit über die Gemeindegrenzen hinaus unvergessen.

In vielen Betrieben haben Generationenablösungen stattgefunden und die Jungen setzen alles daran, die übernommenen Betriebe ihrer Väter mit Elan und Erfolg weiterzuführen. Der Gewerbeverein Zihlschlacht-Sitterdorf ist aktiv bestrebt, das einheimische Gewerbe noch attraktiver zu präsentieren und Synergien zwischen den Betrieben aufzuzeigen und zu nutzen.

Bilder Heidi 063.jpgZihlschlacht-Sitterdorf ist es gelungen, den ländlichen Charakter mit liebevoll restaurierten Riegelbauten zu bewahren. Dazu wurde ein spezieller Schutzplan mit rund 100 Schutzobjekten erlassen, welcher die Aufgabe hat, vor allem in den Weilern und den beiden Dorfkernen die historische Bausubstanz und den Dorfcharakter zu erhalten. Gleichzeitig wird aber Neuem und Modernem der nötige Freiraum gewährt, wie das die modernen Bauten diverser Gewerbebetriebe und diejenigen der Rehaklinik Zihlschlacht AG und der Stiftung Wohnheim Sonnenrain beweisen.

 

 

Morgen

Bilder Heidi 002.jpgDie Bevölkerung hat im Zuge der Ortsplanungsrevision zum Ausdruck gebracht, dass sie ein mässiges Wachstum in Einfamilienhausquartieren und auch bei der Arbeitsplatzentwicklung in Klein- und Mittelbetrieben wünscht. Die Zonenplanung ist auf diese Bevölkerungswünsche ausgerichtet und entspricht einem Planungshorizont bis ins Jahr 2020 von ca. 2'300 Einwohnern. Im gleichen Zeitraum sollte sich die Anzahl Arbeitsplätze von heute rund 765 auf ca. 900 erhöhen können. Ein gesundes Wachstum in Zihlschlacht-Sitterdorf ist unverzichtbar, damit z.B. die Schulstandorte weiter bestehen können. Es ist für die Zukunft von Zihlschlacht-Sitterdorf ganz wichtig, dass die heutige Infrastruktur erhalten werden kann und die Bedürfnisse des täglichen Lebens weitgehend in der Gemeinde abgedeckt werden können. Es liegt somit in der Hand der Bevölkerung, inwieweit sie die ortsansässigen Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe berücksichtigt und somit deren Fortbestand sichert.

Der Behörde kommt weiterhin die bedeutende Aufgabe zu, die vorhandenen Steuermittel zielgerichtet, zukunftsorientiert und umsichtig einzusetzen. Durch eine kluge Ausgabenpolitik zusammen mit den Steuererträgen ist stetig an der Verbesserung der finanziellen Lage von Zihlschlacht-Sitterdorf zu arbeiten; Machbares und Wünschenswertes hat sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeindefinanzen zu richten.

Wichtig ist und wird es noch in verstärktem Masse werden, dass die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden in der Region Bischofszell–Amriswil gefördert wird. Viele anstehende und künftige Aufgaben können nur noch im Verbund mit gleichwertigen Partnern zum Wohle der Bevölkerung erledigt werden. Dabei ist es von Bedeutung, dass sich Zihlschlacht-Sitterdorf einbringt, einbringen kann, sich aber seine Selbständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt.

Herz Hegi.JPGIn Zihlschlacht-Sitterdorf leben bodenständige, interessierte, offene und aufgeschlossene Menschen, die es verstehen, gemeinsam die Zukunft anzugehen und für einander einzustehen. Zihlschlacht-Sitterdorf eine Gemeinde mit Herz, mitten in einer herrlichen Landschaft.